Logopädie

Der logopädischen Therapie muss eine Verordnung vom Arzt zugrunde liegen.
Ich als Logopädin, gehöre zu den sogenannten Heilmittelerbringern. Diese dürfen ohne Verordnung vom Arzt keine Therapie durchführen.
Ausgenommen sind sogenannte Selbstzahlerleistungen die weiter unten noch näher beschrieben sind.

Ablauf einer logopädischen Therapie

Zu Beginn jeder logopädischen Behandlung wird ein ausführliches Anamnesegespräch mit dem Patient und/oder dem Angehörigen geführt. In diesem Gespräch werden relevante Informationen zu Art und Umfang der Beschwerden, dem bestehenden Krankheitsverlauf, kausalen und aufrechterhaltenden Faktoren sowie bisherigen Therapiemaßnahmen und möglichen Behandlungszielen eruiert.

„Deine Sprache zeigt, was Du heute bist und wer Du morgen sein wirst!“ (unbekannt)

Die erhobene Informationsfülle hilft dabei die Diagnostik, Beratung und Behandlung individuell auf jeden Patienten abzustimmen.

Auf der Grundlage der Diagnostik, wird dann ein individueller Behandlungsplan mit passenden Methoden gewählt, so dass die gesteckten Therapieziele möglichst effizient und zügig erreicht werden können.

Um ein hohes Maß an Qualität zu erreichen, ist es selbstverständlich, dass ich regelmäßig Fortbildungen besuche, um für Sie die beste Behandlung zusammenzustellen!

Auf einen Blick:

  • In der Regel sind Eltern und Angehörige während der Behandlung nicht anwesend. Dies hat erfahrungsgemäß den Vorteil, dass sich der Patient besser auf die Therapeutin und deren Übungsangebote einlassen kann.
  • Eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit allen Patienten und Angehörigen, insbesondere auch mit den Eltern unserer kleinen Patienten liegt uns jedoch besonders am Herzen. Es ist uns sehr wichtig, dass Eltern und Angehörige, obwohl sie meist nicht während der Behandlung anwesend sind, stets über die Vorgänge in der Therapie informiert sind, damit sie die Entwicklung Ihres Kindes bzw. die sprachlichen Fortschritte eines Angehörigen auch zuhause im Alltag positiv begleiten zu können.
  • Im Rahmen einer Therapiestunde können in der Kürze der Zeit häufig “nur” Anreize und Impulse zum Auslösen einer neuen Entwicklung, Auflösen einer (Entwicklungs-)Blockade oder Verändern von Verhaltensmustern gegeben werden. Daher erhalten alle Patienten, Angehörige oder Eltern von uns von Stunde zu Stunde immer eine gezielte Anleitung zum selbständigen Üben zuhause. Nur durch regelmäßige Übungen zuhause können neu erlernte Fähigkeiten oder Verhaltensmuster gefestigt und in den Alltag übertragen werden.
  • In Einzelfällen ist auch die Verordnung von Hilfsmitteln, z.B. elektronischen Kommunikationsgeräten, möglich. In diesem Fall beinhaltet die logopädische Behandlung auch die individuelle Anpassung des Gerätes sowie das Gebrauchstraining für Patienten und deren Angehörige.
  • Bei Fragen zur Einschulung oder Wiedereingliederung in den Beruf werden unsererseits auf Anfrage auch logopädische Gutachten erstellt.

Besonderheiten bei Privatpatienten

Für die Berufsgruppe der Heilmittelerbringer existiert für die Abrechnung mit Privatpatienten keine gesetzliche Gebührenordnung wie bei der Abrechnung mit den gesetzlichen Krankenkassen. Auch die Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) findet keine Anwendung. Heilmittelerbringer sind auch nicht an die so genannten Beihilfehöchstsätze gebunden, wenn diese auch oft – fälschlicherweise! – von den privaten Versicherungen zur Festlegung der Höhe der Kostenerstattung herangezogen werden. Beihilfevorschriften sind lediglich eine allgemeine Verwaltungsvorschrift, die das Verhältnis zwischen einem Dienstherrn, einem Beamten und anderen Versorgungsempfängern regelt. Das bedeutet, dass Logopäden und andere Heilmittelerbringer die Höhe der Vergütung bei privat versicherten Patienten im Rahmen eines Behandlungsvertrages frei festlegen können. Für die Wirksamkeit der Vereinbarung über die Höhe der Vergütung ist es ohne Belang, ob und in welcher Form Sie als Privatpatient einen Erstattungsanspruch gegen einen Kostenträger (private Krankenkasse/Beihilfe) besitzen. Die Höhe etwaiger Erstattungsleistungen richtet sich nach dem Inhalt Ihres persönlichen Krankenversicherungsvertrages bzw. nach den individuellen Verhältnissen (z.B. Familienstand), die für die Höhe der Beihilfe maßgebend sind. Die von den Kostenträgern festgesetzten Höchstsätze berühren nicht das private Rechtsverhältnis und somit auch nicht die Vereinbarungen über die Vergütungshöhe zwischen logopädischer Praxis und Privatpatient.

Der Beihilfesatz ist als Mindestsatz anzusehen. Bei den Ärzten ist eine Verfahrensweise festgelegt, die auch von Heilmittelerbringern zur Preisgestaltung übernommen werden kann. Diese besagt, dass für aktive Behandlungen der 2,3-fache GOÄ-Satz berechnet werden kann und für passive Anwendungen der 1,8-fache GOÄ-Satz. Diese Tarife können als Höchstsätze bzw. Richtwerte angesehen werden.

Als Orientierung für die Festsetzung unserer Vergütung dienen uns die jeweils aktuell gültigen Sätze der gesetzlichen Krankenkassen. Unsere Gebühren für die Behandlung von privat versicherten Patienten liegen derzeit beim 1,8-fachen Satz der gesetzlichen Krankenkassen, wobei der Basissatz aus den leicht divergierenden Sätzen der RVO- und Vdek-Kassen gemittelt wurde. Sie liegen damit über den zurzeit gültigen Beihilfehöchstsätzen, schöpfen den möglichen Höchstsatz jedoch nicht voll aus. Die hohe Qualität unserer therapeutischen Leistungen, die auf langjähriger Berufserfahrung, vielfältigen Zusatzqualifikationen und Spezialisierungen beruht, lässt uns diese Preisgestaltung unserer Vergütungsvereinbarung als angemessen zugrunde legen.

Die Behandlung von Privatpatienten erfolgt aufgrund eines Vertrags zwischen Praxis und Patient, nicht zwischen Praxis und Krankenkasse! Mit Beginn der Behandlung besprechen wir daher mit jedem privat versicherten Patienten die voraussichtlich anfallenden Behandlungskosten und schließen einen Dienstvertrag über die logopädische Behandlung mit Vereinbarung der Vergütungshöhe ab. Dieser kann zu Beginn der Behandlung bei der zuständigen Krankenkasse zur Prüfung der Kostenübernahme eingereicht werden. Somit ist jeder Privatpatient mit Beginn der Behandlung über die auf ihn zukommenden Kosten informiert.

Privatpatienten bezahlen ihre Behandlungen grundsätzlich selbst. Privatversicherungen können individuell ganz unterschiedlich gestaltet sein. Abhängig davon, ob und wie sie versichert sind, bekommen privat Versicherte die Kosten für die logopädische Behandlung ganz oder teilweise erstattet. Haben sie bewusst einen günstigen Monatsbeitrag gewählt, werden die Kosten möglicherweise nicht in voller Höhe übernommen. Unabhängig vom Erstattungszeitpunkt durch die jeweilige Versicherung ist der Rechnungsbetrag nach Erhalt der Rechnung jedoch in jedem Fall ungekürzt sofort fällig.

Die Beihilfe erstattet in der Regel die Behandlungskosten in Höhe der Beihilfehöchstsätze. Wir weisen daher ausdrücklich darauf hin, dass bei der Beihilfe versicherte Patienten für den Differenzbetrag zu unseren Sätzen selbst aufkommen müssen, wenn dieser nicht durch eine private Zusatzversicherung zur “Ergänzung nicht beihilfefähiger Aufwendungen” aufgefangen werden kann. Das Bundesministerium des Inneren weist in einer Pressemitteilung vom 07.02.2004 ebenfalls ausdrücklich daraufhin, dass die beihilfefähigen Höchstbeträge für Heilmittel nicht kostendeckend sind und dass aus Sicht des Dienstherrn eine Eigenbeteiligung für den Versicherten unumgänglich ist.

Manche privaten Versicherungen verweigern die Erstattung des vollen Vergütungssatzes auch mit dem Hinweis darauf, der Preis gehe “über den ortsüblichen Preis” hinaus und sei damit gemäß §612 BGB nicht erstattungsfähig. Da eine allgemein verbindliche Gebührenordnung für Heilmittelerbringer jedoch fehlt, ist dieses Argument nicht haltbar.

Wenn Sie sich noch umfangreicher über Privatpreisgestaltung und die Rechtssprechung zu diesem Thema informieren möchten, empfehlen wir Ihnen die Website www.privatpreise.de.

Hier finden Sie auch Tipps und Hilfestellungen für die Kostenerstattung Ihrer Heilmittel, z.B. Musterbriefe zur Kommunikation mit Ihrer Krankenkasse.